Samstag, 15. August 2015

Heranwachsend

Mit sechs Jahren, so nimmt man jedenfalls an, hat man ein ausgewachsenes Pferd. "Der Bub ist ja schon groß." Selbst wenn man in Betracht zieht, dass Pferde nicht vor fünfeinhalb bzw. sechs Jahren körperlich erwachsen sind.[1]

Lusitanos haben jedoch in diesem Alter ihre Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen, bei ihnen rechnet man damit, dass sie mit acht Jahren fertig entwickelt sind. Also hatte ich schon erwartet, dass sich Bonito noch ein wenig "umbaut". Im Winter war dies besonders auffällig. Vorher eher noch ein "Schlaks", legte er deutlich an Statur zu. (vgl. auch das Bild vom Februar)

Obwohl er ein sehr waches und lernbegeistertes Pferd ist, durfte ich ihn in dieser Phase geistig nicht sehr fordern. Also habe in in dieser Zeit mit ihm viel am Boden gemacht, hauptsächlich Roundpen-Arbeit, dadurch konnte er seinen "neuen" Körper ausbalancieren lernen.

Ab dem späten Frühjahr begann ich damit, in unsere Ausritte immer wieder ein paar Dressurelemente einzubauen, um die Muskulatur auch an die richtigen Stellen zu bekommen. Dank den Trainingshilfen von Copine, die dankenswerterweise den Bub "fernbetreut", entwickelt sich alles in die richtige Richtung. 



Theoretisch wusste ich es schon, doch praktisch ist es eine Freude zu sehen, wenn sich die akribische Grundausbildung und viele Schrittarbeit so auszahlt, dass man das ein oder andere Element der weiteren Ausbildung dadurch geschenkt bekommt, ohne viel dafür zu tun.

Mein Fernziel, in etwa fünf oder sieben Jahren Hubertus Schmidts Grönemeyer-Kür nachreiten zu können, steht noch. Der starke Schritt ist fast soweit, und für eine gelungene Piaffe muss man nur geschickt am Rand der Arena ein Minishetty platzieren.[2] 

[1] Studie von Dr. Deb Bennett, Ph. D. zur Ausbildung junger Pferde im Zusammenhang mit ihrem Skelettwachstum
[2] Dies ist natürlich kein von der FN zugelassenes offizielles Hilfsmittel im Viereck. ;)
 

Kommentare:

  1. Endlich wieder Neues vom BÄRLI! Toll hat er sich bisher entwickelt, ich sehe ihn tatsächlich demnächst in der Grönemeyer-Kür. Vorausgesetzt, er kann mit der Mucke was anfangen. ;-)
    Du schaffst das schon, ihr seid auf einem prima Weg! :-)
    Liebe Grüße + ein Halsklopfer von der Fernausbilderin

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  2. Genau! Endlich Neues von Bärli.

    Inhaltlich kann ich als Vogel leider nicht gut mitreden. Wir haben nur zwei kurze Beine und daher wenig Talent für Piaffen jeglicher Art. Trotzdem finde ich das Gestern-Jetzt-Bild sehr spannend. Ich liebe Rätsel. Lange habe ich draufgestarrt und herauszubekommen versucht, was man als kluger Betrachter jetzt antworten sollte. Ich versuch's einfach mal: Bärli ist im Laufe des vergangenen Jahres länger geworden und hat einen flacheren Bauch bekommen (beim Frigitte-Quiz würde jetzt als Antwort stehen: "Das war schon ganz gut, aber es geht noch besser.") Okay, war ja nur gut gemeint, ich mache nur Small-Talk.

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  3. Das war schon ganz gut, Max. ;-) Dein Auge fürs Detail hat sehr gut den flacheren Bauch erkannt. Ansonsten wäre da noch der knackigere Hintern zu erwähnen. Und dass die Muskulatur am Hals von unten nach oben gewandert ist.

    Insgesamt hat das Bärli auch eine andere Körperspannung und Kraftübertragung. Es ist etwa der Unterschied von einer Hängebrücke zu einer Bogenbrücke. Für das Bärli ist es mit dem Bogenbrückenkörper leichter, einen Reiter zu tragen.

    Was die Piaffen angeht, die kann man auch zweibeinig veranstalten, ich lass deiner Putze mal einen kleinen Trainingsplan zukommen.

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